STADTRATSANFRAGE, 09. November 2012

Eine Werbe- und Aufklärungskampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ruft dieser Tage in Erinnerung, daß rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland – stattliche 14,5 Prozent – „funktionale Analphabeten“ sind, d.h. Schwierigkeiten haben, längere, zusammenhängende Texte zu lesen und zu schreiben. Und immerhin vier Prozent der Bevölkerung – zwei Millionen Menschen – können laut einer Studie der Universität Hamburg vom letzten Jahr überhaupt nicht lesen und schreiben. – Es stellen sich Fragen nach der Situation in München.

Ich frage den Oberbürgermeister:

1. Welche Informationen darüber liegen der Stadt vor, wie viele Analphabeten in München leben? Welche Informationen liegen darüber vor, wie sich diese Zahl in den letzten zehn Jahren entwickelt hat? Wie und von welcher städtischen oder sonstigen Institution wurden diese Informationen gewonnen?

2. Mit welchen speziellen Programmen versucht die LHM ggf., dem Analphabetismus in München zu Leibe zu rücken? Mit welchem Erfolg?

3. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge haben von 2005 bis einschließlich des ersten Halbjahres 2011 insgesamt 28.968 Absolventen mit Migrationshintergrund an Alphabetisierungskursen teilgenommen, immerhin 6,5 Prozent aller Absolventen von Integrationskursen bundesweit (nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Alphabetisierung_von_Migranten_in_der_Bundesrepublik_Deutschland). Welche Informationen liegen der LHM über den Analphabetenanteil unter Migranten in München vor? Inwieweit wird diese Personengruppe mit gezielten Alphabetisierungsprogrammen für Ausländer betreut? Welche Informationen über Teilnehmerzahlen und Erfolge liegen vor?

Unterschrift_KR
Karl Richter
Stadtrat

Link zum RatsInformationsSystem der Stadt München (neues Fenster):
http://www.ris-muenchen.de/RII2/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=2817829