Bestattungskosten in München: Was kosten uns Auslandsbestattungen und muslimische Gräber-Ruhefristen?

2019-05-14T15:04:48+00:0014. Mai 2019|

Anfrage vom 13. Mai 2019

Für immer mehr Bürger werden Bestattungen zur finanziellen Belastung. Immer öfter muß deshalb der Staat einspringen: zwischen 2006 und 2013 stieg die Zahl der Fälle, in denen Bürger für die Bestattung von Angehörigen staatliche Unterstützung nach § 74 SGB XII in Anspruch nehmen mußten, um fast 10.000 auf rund 23.500. Gleichzeitig steigen auch die Kosten dieser sogenannten „Sozialbestattungen“ – im genannten Zeitraum um rund 19,3 Mio. Euro auf rund 60,6 Mio. Euro bundesweit. – Ein Kostenanstieg geht auch mit religiös bedingten Sonder-Bestattungsbräuchen einher. So verweist man beim Bayerischen Bestatterverband nicht ohne Stolz darauf, daß man etwa muslimischen Bürgern und ihren Bestattungsbräuchen in den letzten Jahren weit entgegengekommen sei: auf vielen Friedhöfen gibt es inzwischen nach Mekka ausgerichtete muslimische Grabstellen, außerdem Räume für die rituellen Waschungen. Auch wird versucht, die Bestattung für Muslime innerhalb von 24 Stunden zu organisieren. Für Muslime wurde darüber hinaus eine Gräber-Ruhefrist von 60 Jahren ermöglicht. (Hier wiedergegeben nach: https://www.merkur.de/bayern/nachfrage-nach-muslimischen-bestattungen-in-bayern-unfrieden-um-letzte-ruhe-9439048.html; zuletzt aufgerufen: 13.05.2019, 21.00 Uhr; KR). Allerdings: auch hierdurch fallen für die Solidargemeinschaft zusätzliche Kosten an. – Es stellen sich Fragen.

Ich frage den Oberbürgermeister:

  1. Mit welchen (Mehr)kosten schlagen die langen Laufzeiten von muslimischen Grabstätten auf Münchner Friedhöfen im SGB II/VII zu Buche?
  2. Wie viele Auslandsbestattungen wurden im Rahmen von SGB II, XII etc. in den letzten fünf Jahren von der LHM übernommen? Welche Summe war stadtseitig dafür aufzuwenden?


Karl Richter
Stadtrat

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