Die AfD im Rathaus – alles, aber keine Alternative

2014-10-06T10:55:34+00:006. Oktober 2014|

Wegen Einknicken am Mittwoch: Münchner AfD-Stadträte im „shitstorm“

Mit der Parole „Mut zur Wahrheit“ ging die vorgebliche „Alternative für Deutschland“ (AfD) in die Wahlgänge der letzten Monate. Nur selbst scheinen es AfD-Mandatsträger, wo sie es einmal an die Fleischtöpfe der Parlamente geschafft haben, mit der Wahrheit nicht ganz so ernst zu nehmen. Ein aktuelles und besonders trauriges Beispiel boten jetzt die beiden Münchner AfD-Stadträte André Wächter und Fritz Schmude, die im Vorfeld der letzten Rathaus-Vollversammlung am Mittwoch wegen ihrer Sympathie für eine Bürgerbefragung zum geplanten Islam-Zentrum noch kräftig ins Medien-Kreuzfeuer geraten waren. Doch am Mittwoch knickten die beiden sang- und klanglos ein, stimmten mit allen anderen Pro-Islam-Parteien gegen das von Michael Stürzenberger initiierte Bürgerbegehren und danach auch gleich noch für eine stromlinienförmige Solidaritäts-Erklärung des schwarz-roten Stadtrats an die Adresse der Münchner Muslime. AfD-Kollege Wächter glaubte sich darüber hinaus für seine Wortmeldung am Rathaus-Mikro – die erste dokumentierte seit dem Stadtrats-Einzug im März – entschuldigen zu müssen und distanzierte sich fußfällig von der BIA, die als einzige Kraft im Rathaus am Islam-Bürgerbegehren festhielt.

Seit diesem Einknicken am Mittwoch sehen sich die beiden Münchner AfD-Stadträte auf diversen Internet-Foren, aber auch auf ihren eigenen Facebook-Seiten herber Kritik ausgesetzt. Sogar vom „Sündenfall“ der angeblichen „Alternative“ ist die Rede.

Der AfD-Ratskollege Fritz Schmude versuchte das fragwürdige Abstimmungsverhalten am Mittwoch jetzt in einem Interview im Netzforum „blu-news“ zu erklären. Er räumt dort unumwunden ein, gegen sein Gewissen gestimmt zu haben – um sich glaubhaft von der BIA distanzieren zu können. Auch den „Schlachtplan“ des Oberbürgermeisters gegen die BIA hätte man gerne unterstützt, sei aber – leider! – nicht in die Planungen einbezogen worden.

Wahrheit und eine echte „Alternative“ zum etablierten Münchner Rathauskartell sehen anders aus. Die Münchner AfD hat in kaum überbietbarer Deutlichkeit klargestellt, daß ihr Parteispielchen und das Wohlverhalten des politischen Gegners wichtiger sind als der Bürgerwille. Als Opposition kann man die AfD auch im Münchner Rathaus getrost vergessen (das Schmude-Interview im Netz unter: http://www.blu-news.org/2014/10/05/muenchner-afd-eigenes-buergerbegehren-gegen-zie-m-ist-eine-moeglichkeit/).