Ausländergewalt: Die „Weltwoche“ redet Klartext und bricht ein Tabu

Noch ist die Aufregung nicht vorüber, daß sich eine Mehrheit der Schweizer bei einer Volksabstimmung gegen den Neubau von Minaretten ausgesprochen hat, da legt eine Schweizer Institution nach.

Die „Weltwoche“, immerhin das bedeutendste Wochenmagazin der Eidgenossen und auch überall sonst im deutschen Sprachraum vielgelesen, widmete die Titelgeschichte ihres Heftes 51/2009 der ausufernden Gewalt junger Ausländer unter dem Titel »Jagd auf Einheimische«. Und sie fragt, ob nicht vielleicht viele junge Schweizer auch deshalb mit »Ja« gestimmt hätten, »weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben mit Altersgenossen ausländischer Herkunft«.

Wie sich die Bilder in Europa doch inzwischen gleichen. Ob in Kopenhagen, London, Brüssel, Berlin oder Rom: Überall, wo ethnisch-kulturell fremde Bevölkerungsgruppen eine gewisse Stärke erreicht haben, eskalieren die Aggressionen gegen die Einheimischen. Selten finden jedoch etablierte Medien dafür so deutliche Worte wie die Züricher „Weltwoche“:

„Gewalttätige Auseinandersetzungen gehören für eine wachsende Zahl von Jugendlichen zum Alltag. Die Täter haben meist einen sogenannten Migrationshintergrund, die Opfer sind mehrheitlich Schweizer. Die Hemmschwelle für Gewaltakte sinke, die Brutalität nehme zu, heißt es bei der Polizei. Die Angriffe erfolgten oft grundlos und ohne Vorwarnung. Am Boden liegende, wehrlose Opfer würden getreten, mit Vorliebe gegen den Kopf.“

Ob symbolpolitisch durch den Bau von Minaretten oder brachial im »Hang zur gewalttätig-feigen Rotte« (Dr. Nicolaus Fest am 28.4.2008 in der „Bild“-Zeitung) – in beidem zeigt sich der Eroberer-Habitus einer selbstbewußten Minderheit kurz vor dem Kippen der Verhältnisse. Der gesunde Menschenverstand erkennt – auch in  der Schweiz – solche Zusammenhänge oft mit untrüglichem Gespür.

Weltfremd dagegen hier wie dort die angeblich „Intellektuellen“. So hat die Schweizer Sektion der Autorenvereinigung PEN das Minarett-Votum „mit Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. In einer Erklärung forderte sie die politisch Verantwortlichen auf, Bundesverfassung und Menschenrechte zu achten. Sollte es den Geistesakrobaten in ihrem Eifer etwa entgangen sein, daß es ein „Menschenrecht auf Minarettbau“ gar nicht gibt?

Karl Richter