Haarige Sitten in Münchner Schwimmbädern

2016-05-26T00:50:19+00:0025. Mai 2016|

BIA fragt nach: Warum brauchen wir plötzlich ein Rasierverbot der Stadtwerke?

Ausuferndes Rasieren war in Münchner Schwimmbädern nie ein Problem. Doch augenscheinlich ändern sich die Zeiten. Die Münchner Stadtwerke (SWM) jedenfalls sahen sich jüngst veranlaßt, mit neuen Verbotsschildern in den Bädern ausdrücklich das Rasieren zu untersagen.

Zwar, ein Sprecher der SWM beeilte sich, in einer in der Lokalpresse aufgegriffenen Stellungnahme darauf hinzuweisen, daß es dabei „weder ausschließlich um Männer noch um Obdachlose“ gehe. Die Regelung betreffe vielmehr „jegliches Rasieren – gleich ob Mann oder Frau, gleich ob Gesicht, Oberkörper, Beine oder Intimzone“. Dennoch – all das war in Münchner Schwimmbädern seit Menschengedenken nie ein Problem, das öffentlich und durch explizite Verbotsschilder thematisiert werden mußte.

Der Vorgang weckt freilich Erinnerungen an eine andere Beschilderungsmaßnahme der Münchner Bäder – und zwar eine mit „interkulturellem“ Hintergrund, die erst wenige Monate zurückliegt. Diese hatte die Aufklärung männlicher, oft halbwüchsiger Bäderbesucher mit „Migrationshintergrund“ zum Gegenstand, die in Comicform und mit Beschriftungen u.a. auf Arabisch, Somali, Paschtu und Dari von der Belästigung weiblicher Bäderbesucher abgehalten werden sollen. Die SWM sahen sich zu der Aufklärungsaktion durch steigende Fallzahlen an sexuellen Übergriffen in Münchner Bädern veranlaßt, für die seit geraumer Zeit überproportional häufig Bäderbesucher mit „Migrationshintergrund“ verantwortlich gemacht werden – im übrigen nicht nur in München.

Die Vermutung ist zumindest naheliegend, daß auch dem jetzt verhängten Rasierverbot ein „multikultureller“ Hintergrund zugrunde liegt – einheimische Bäderbesucher fielen bislang jedenfalls nie durch ungebührliches Rasieren in öffentlichen Bädern auf. Die einzige Opposition im Münchner Rathaus, die BIA, möchte das genauer wissen und erkundigte sich deshalb in einer gestern eingereichten Stadtrats-Anfrage genauer (der volle Wortlaut im RIS unter: https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/ANTRAG/4074080.pdf). Es wäre nicht die erste „Bereicherung“ unserer Lebenswelt durch prickelnde neue Sitten aus aller Welt…