Jetzt Solidarität mit den Münchner Trümmerfrauen zeigen!

2013-12-09T16:10:30+00:009. Dezember 2013|

STADTRATSANTRAG, 09. Dezember 2013

Ich beantrage:

Angesichts der dieser Tage erfolgten Verhüllungs-Aktion zweier Grünen-Landtagsabgeordneter, die jüngst an der erst vor wenigen Monaten eingeweihten Erinnerungsstätte zu Ehren der Münchner Trümmerfrauen vollführt wurde, bekennt sich die Landeshauptstadt ausdrücklich zur Aufbauleistung der Kriegs- und Nachkriegsgeneration und setzt ein eindeutiges Zeichen der Solidarität mit den noch lebenden Vertretern der Aufbaugeneration.

Begründung:

Vor wenigen Tagen glaubten zwei Landtagsabgeordnete der Grünen die Aufbauleistung der Münchner Trümmerfrauen nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine geschmacklose Verhüllungsaktion an der erst vor wenigen Monaten errichteten Erinnerungsstätte zu Ehren der Trümmerfrauen schmähen zu müssen. Die beiden Grünen-MdLs Katharina Schulze und Sepp Dürr breiteten Berichten der Lokalpresse zufolge am vergangenen Donnerstag, 05.12.2013, ein Spruchband über den im Mai aufgestellten Gedenkstein am Marstallplatz, auf dem gefordert wird: „Der Stein muß weg! Den Richtigen ein Denkmal. Nicht den Alt-Nazis.“ Mit der Aktion wird der Eindruck erweckt, als habe es sich bei der Aufbaugeneration nach dem Krieg um „Alt-Nazis“ gehandelt, deren historisch beispielhafte Verdienste beim Wiederaufbau Münchens und Deutschlands nach 1945 besser ignoriert würden, weil ihre Vertreter Träger einer „falschen“ Gesinnung gewesen seien.

Dieses Ansinnen der beiden Grünen-MdLs ist völlig inakzeptabel und kommt einem pauschalen Schlag ins Gesicht der Aufbaugeneration gleich. Vor dem Hintergrund der Aktion ist jetzt die Landeshauptstadt München gefordert, ihre Verbundenheit mit den heute noch lebenden Vertretern der Aufbaugeneration und insbesondere mit den „Trümmerfrauen“ zum Ausdruck zu bringen, die in den schweren Jahren nach dem Krieg oft unter größten persönlichen Entbehrungen mit ihrem Einsatz dazu beitrugen, daß München innerhalb weniger Jahre wieder aus den Kriegsruinen erstand und sein Antlitz als lebens- und liebenswerte Stadt zurückerlangte.

Eine städtische Geste der Verbundenheit mit der Aufbaugeneration wäre jetzt am Platze, zumal die öffentliche Empörung über die fragwürdige Aktion der beiden Grünen-MdLs groß ist. Eine spontan auf Facebook eingerichtete „Gemeinschafts“-Seite unter dem Motto „Ehrt die Trümmerfrauen!“ (https://www.facebook.com/Truemmerfrauen) konnte innerhalb weniger Tage mehr als 15.000 „Gefällt mir“-Bekundungen erreichen. Die zum Teil leidenschaftlichen und erbosten Leserkommentare auf der Internetseite der „Abendzeitung“ sprechen ebenfalls für sich und zeigen, wie sehr sich die beiden Grünen-MdLs mit ihrer Aktion vergaloppiert haben.

Die Solidaritätsgeste der Stadt sollte zweckmäßigerweise durch den Oberbürgermeister oder einen Stellvertreter zum Ausdruck gebracht werden. Zu denken wäre etwa an eine demonstrative Kranzniederlegung am Gedenkstein am Marstallplatz oder an eine Verbundenheitsadresse an den Verein „Trümmerfrauen e.V.“, der für die Errichtung der längst überfälligen Erinnerungsstätte verantwortlich zeichnet.

Unterschrift_KR
Karl Richter
Stadtrat

Link zum RatsInformationsSystem der Stadt München (neues Fenster):
http://www.ris-muenchen.de/RII2/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=3180053