Sind Münchner Stadträte Polit-Nutten?

2019-10-19T02:37:35+00:0018. Oktober 2019|

Pressemitteilung vom 18. Oktober 2019

Wieder ein Abgang: CSU-Stadtrat Sauerer dient sich dem Meistbietenden an 

Da muß man dem früheren Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude recht geben: fünf Monate vor der Stadtratswahl ist das Münchner Rathaus eher ein Tollhaus. In immer kürzeren Abständen verlassen gewählte Stadträte der etablierten Parteien ihre Fraktionen, wechseln zur Konkurrenz oder verabschieden sich ganz ins Privatleben. Bei der SPD verließ zuletzt sogar Fraktionschef Alexander Reissl das sinkende Schiff. Jetzt ging der CSU-Fraktion der nächste Leichtmatrose verloren – Stadtrat Johann Sauerer. Auch er ist frustriert, weil er zur Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr aufgestellt wurde. Besonders unappetitlich ist in diesem Fall, daß Sauerer, der im Rathaus nicht allzu oft den Mund aufbrachte, in der Lokalpresse damit prahlt, er habe „fünf Angebote“ erhalten: „Die schaue ich mir jetzt näher an.“

Inhalte, Rückgrat, eine politische Gesinnung: Fehlanzeige. Sind Münchner Stadträte Polit-Nutten, die für den Meistbietenden käuflich sind?

Völlig zurecht kritisiert auch Ex-Oberbürgermeister Christian Ude: „Ist Herrn Sauerer eigentlich bewusst, was es über ihn und seine Zunft aussagt, wenn er mit ‚fünf Angeboten‘ in die Welt hinausposaunt, dass er offenbar keinen Standpunkt hat und kein Programm, nur eine grenzenlose Beliebigkeit und den Wunsch nach dem ‚Stadtrats-Prestige‘, das es unter solchen Voraussetzungen überhaupt nicht mehr gibt? Der Schaden für das Ansehen demokratischer Wahlen und damit für künftige Wahlbeteiligung liegt auf der Hand.“

Nur der Vollständigkeit halber: die bösen „Rechten“ tragen auch daran keinerlei Mitschuld. Der einzige BIA-Stadtrat im Münchner Rathaus zum Beispiel hat seit seinem Einzug 2008 nunmehr fast zwölf Jahre lang weder die Partei noch die Gesinnung gewechselt. Das bleibt auch künftig so. Damit es im März 2020 mit dem Wiedereinzug klappt, laufen derzeit die Vorbereitungen auf Hochtouren.