Sozialpraktika an Münchner Gymnasien – aber kein Bedarf an Technik und Naturwissenschaften?

2019-05-06T13:53:15+00:006. Mai 2019|

Anfrage vom 6. Mai 2019

An Münchner Gymnasien werden für Schüler mittlerer und höherer Jahrgangsstufen Sozialpraktika angeboten. Dazu heißt es etwa in einem diesbezüglichen aktuellen Schreiben des (staatlichen) Gymnasiums München Nord: „Durch den Umgang mit hilfebedürftigen jungen Menschen und Erwachsenen sollen sie [die Schüler; KR] erleben, was soziales Engagement bewirken kann und wie wichtig die Arbeit in einer sozialen Einrichtung ist. Positive Erfahrungen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen, auch in Zukunft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.“ Zudem solle der Praktikumsplatz „die Achtsamkeit im Umgang mit benachteiligten/hilfebedürftigen Menschen fördern“. – Am sozialwissenschaftlichen Zweig an Gymnasien in Bayern ist ein Sozialpraktikum derzeit bereits Voraussetzung für das Vorrücken in die 11. Jahrgangsstufe. – Es stellen sich Fragen.

Ich frage den Oberbürgermeister:

  1. Inwieweit werden an Münchner Schulen (staatlichen wie städtischen) NUR Praktika an sozialen Einrichtungen angeboten? Wäre es mit Blick auf den Fachkräftemangel in unserem Land nicht wünschenswert, daß Münchner Heranwachsende z.B. praktische Erfahrungen auch in technischen Betrieben machen können?
  2. Welche naturwissenschaftlichen oder technischen Praktika werden Münchner Schülerinnen und Schülern an ihren Schulen angeboten?
  3. Wie werden Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Sozialpraktika vor „branchenüblichen“ Risiken und Gefahren geschützt, zum Beispiel mit Blick auf Impflücken, Hygienevorschriften (Lebensmittel), Ansteckungsgefahren (MRSA, Hepatitis, Würmer, HIV, Krätze etc.), Straftaten (Drogen, Gewalt, sexuelle Übergriffe, Beleidigungen etc.) und psychische Erkrankungen?
  4. Inwieweit wird im Kontext der angebotenen Sozialpraktika Einfluß auf Schüler genommen, das Gymnasium abzubrechen und gleich eine Ausbildung nach der 9. Klasse zu beginnen?
  5. Inwieweit müssen Münchner Schüler Konsequenzen gewärtigen, wenn sie sich für ein Praktikum in einem anderen – zum Beispiel technischen – Bereich entscheiden?


Karl Richter
Stadtrat

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